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Warum noch extra Zahlen...
Die Kingston – Vom Schraubendampfer zum Korallengarten PDF Drucken E-Mail
(7 Bewertungen, Durchschnitt 5.00 von 5)
Geschrieben von: Chris   
Sonntag, den 10. Januar 2010 um 11:40 Uhr
 
Das Heck der Kingston ist noch gut erhalten./Foto: Christiane Flechtner Es ist früh – kurz nach halb sieben. Der Wind ist heute etwas schwächer. Das Rote Meer ist ruhig. Gespannt lauschen die Taucher ihrem Guide Tamer Kassab, der ihnen die nötigen Informationen für den nächsten Tauchgang gibt. Es sei ein alter Schraubendampfer, zu dem nun abgetaucht werden würde. 1881 gesunken, sei von der Eisen-Brigg mit Schraubenantrieb nicht mehr so viel zu sehen. Der Rumpf sei so gut wie verschwunden, dafür das Heck samt Schraube gut erhalten. Dennoch sei die Kingston wegen ihrem fantastischen Korallenwuchs auf den gesamten 78 Metern Länge ein Highlight für Wracktaucher. Alle sind nun gespannt. Um kurz nach 7 Uhr springen die ersten Taucher direkt am Shag Rock  ins Wasser. Sie müssen nur ein Stück entlang der Insel nach Süden tauchen und werden schnell fündig: Vor ihnen liegt das über und über mit Korallen bewachsene Wrack.

Vom Schiff ist teilweise kaum noch etwas zu sehen. Ähnlich wie die Dornenhecke um Dornröschens Schloss hat sich über das große Schiff eine Korallendecke ausgebreitet. Zahlreiche Fische sind hier zu Hause, und Taucher erleben ein einzigartiges Wrack sowie ein wunderschönes intaktes Korallenriff zugleich.


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Kleiner Plan zum Briefing./Foto: Christiane Flechtner   Sie beginnen am Heck der Kingston – vielen auch bekannt als Sarah H – mit ihrem Tauchgang. Sie liegt aufrecht auf ebenem Kiel. Der am Grund befindliche Propeller bietet in 16 Metern Tiefe tolle Fotomotive. Dann schwimmen die Taucher aufwärts in die Reste des mehr als 120 Jahre alten Wracks hinein. Rund die Hälfte des Schiffs zwischen Heck und Mitte sind noch gut erhalten, der Bug wurde beim Aufprall auf das Riff vollkommen zerstört. Über dem Deck sind noch die Reste der Ruderpinne zu sehen.

Die Planken des Decks haben sich im Salzwasser nach Jahrzehnten aufgelöst, doch sind noch einige stählerne Träger und Stützen erhalten, auf denen sich der Ersatzpropeller des Schiffs befindet. Taucher erkennen, wo sich einst die Bullaugen befanden, und auch die als Fracht geladene Kohle ist noch vorhanden.  Der Propeller in 16 Metern Tiefe bietet tolle Fotomotive./Foto: Christiane Flechtner Je weiter die Taucher in Richtung Bug tauchen, desto zerstörter ist das Wrack. Teile des Schiffs liegen zerstreut umher, die Masten liegen an Steuerbord auf dem Meeresgrund. Aber eben dort gehen Wrack und Riff quasi ineinander über. Hier hat sich im Laufe der Jahre ein fantastisches Korallenriff gebildet. Alle möglichen Arten von Hart- und Weichkorallen sind hier zu sehen. Hinzu kommen die vielen Fische und Fischschwärme, sodass sich Taucher schon fast wie inmitten einer Bouillabaisse vorkommen.

Warum die Kingston am 28. Februar 1881 gesunken ist, ist einem Navigationsfehler des Kapitäns zuzuschreiben. Kapitän Thomas Cousins war ein erfahrener Seemann. Die Kingston verließ am 28. Januar 1881 den walisischen Kohlehafen Cardiff mit dem Ziel, den Hafen von Aden anzulaufen. So Im Mittelbereich ist das Wrack über und über mit Korallen bewachsen./Foto: Christiane Flechtner fuhr die Eisenbrigg durch die Biskaya und das Mittelmeer, anschließend durch den Suezkanal und durch die obere Straße von Suez. Dann geschah der Navigationsfehler, und in den Morgenstunden des 22. Februar lief die Kingston am Shag Rock bei voller Fahrt auf. Zuerst schätzte man den Schaden als gering ein. Doch auch dies war ein Fehler, und die Kingston sank. Die Ladung wurde weitestgehend geborgen.

Das Wrack ist auch für weniger erfahrene Taucher gut geeignet. Wenn allerdings starke Strömung herrscht, sollte am Heck des Schiffs mit Besichtigung des Propellers begonnen werden. Dive-NEWS.net

 

 
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