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Warum noch extra Zahlen...
Kelptauchen in Kalifornien PDF Drucken E-Mail
(30 Bewertungen, Durchschnitt 4.87 von 5)
Geschrieben von: Frank Dornberger   
Donnerstag, den 08. Juli 2010 um 08:49 Uhr
Tauchen im Kelp an sich schon eine spannende Angelegenheit/ Foto: Frank Dornberger Kalifornien steht für Superlative. Eine spektakuläre Vielfalt von Landschaften prägt den westlichsten Bundesstaat der USA, von den nebligen Mammutbaumwäldern der Nordküste über das mächtige Hochgebirge der Sierra Nevada bis zu den bizarren Wüstenformationen im Süden. Wo man auch hinkommt, Kalifornien ist überall anders und überraschend spannend. Doch viele Reisende vergessen die Schönheit Kaliforniens auch unter der Wasseroberfläche zu suchen.
Ein besonders schönes Plätzchen das zu tun, ist gar nicht weit vom tobenden Leben in Greater Los Angeles entfernt. Auf der nur 35 Kilometer entfernten Insel Santa Catalina ist Schluss mit der Glitzerwelt Hollywoods, Megastaus und Superstars sind nicht existent. Dafür gibt es auf der felsige Insel im Pazifik etwas, die es an der gesamten kalifornischen Küste en masse gibt – der Kelp.
Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna
Diese Braunalgen wachsen bis zu 30 cm am Tag und können eine Länge von 30 bis 60 Meter Länge erreichen. Und der Riesenkelp wächst hauptsächlich vor der kalifornischen Küste. Zwar gibt es auch in Südafrika und Neuseeland Kelpwälder, aber diese entwickeln bei weitem nicht die Größe. Lange Wedel, zwischen denen sich die kugelförmigen Auftriebskörper befinden, bewirken, dass der Kelp zu wahren Wäldern anwächst. Ist das Tauchen im Kelp an sich schon eine spannende Angelegenheit, bei der ein Messer zur Standardausstattung gehört, tummelt sich hier auch allerlei Leben.
Kugelförmigen Auftriebskörper/ Foto: Frank Dornberger Tauchen im Kelp ist wie Spazieren durch einen Märchenwald. Lichtungen und enge Passagen wechseln sich ab, man weiß nie, was einen hinter der nächsten Ecke erwartet. Ob ruhende Haie im Miniformat oder der Giant Sea Bass, eine Art überdimensionierter Monster-Barsch. „Wenn ihr etwas da unten seht, das größer ist als ihr selbst, dann ist es sicherlich ein Giant Sea Bass“, hört man vor jedem Tauchgang. Robben toben durch das verzweigte Geäst. Selbstverständlich sind auch Muränen, Krabben und allerlei andere „normale“ Meeresbewohner anzutreffen. Nur größere Haie wagen sich nicht in das undurchdringlich wirkende Gestrüpp.

Das Fortbewegungsmittel Nummer 1 ist der Golf Cart/ Foto: Frank Dornberger Kalt, aber schön
Der einzige wirkliche Nachteil für Taucher besteht darin, dass sich der Kelp nur bei Temperaturen unter 20 Grad Celsius so richtig gut entwickelt. In diesem Jahr, wo Mitteleuropa unter einer einzigen Hitzeglocke zu liegen scheint, ist es auch im südlichen Kalifornien erstaunlich kalt. Gut für den Kelp und alle Taucher, die sich für einen Trockentauchanzug entschieden haben. Alle anderen müssen frieren. Aber dafür wird man mit beeindruckenden Tauchgängen belohnt.

Grünes Refugium Catalina Island

Und dafür muss man nicht einmal besonders weit fahren. In der Tat gibt es auf Catalina Island nur sehr wenige Autos. Das Fortbewegungsmittel Nummer 1 ist der Golf Cart. Der größte Teil der Insel ist nämlich im Besitz der Catalina Island Conservancy - einer lokalen Naturschutzstiftung, die auf den Initiator Philipp Wrigley, den Kaugummi-Magnaten, zurückgeht. Er überschrieb seine Aktien der Santa Catalina Island Company im Jahre 1975 an die Catalina Island Conservancy, die sich dem Erhalt der Natur der Insel verschrieben hat. Somit ist und bleibt die Insel ein grünes Refugium. Und das kommt auch den Tauchern entgegen.
Das Hotel ist bei aller Umgänglichkeit geradezu luxuriös ausgestattet/ Foto: Frank Dornberger Wie im Fluge vergeht die einstündige Überfahrt mit der Express-Fähre von Long Beach aus. Gut, mit dem Helikopter würde man nur 15 Minuten brauchen, aber hier geht es ja auch darum ein wenig innere Einkehr zu finden, nach dem pulsierenden Los Angeles. Nach der Ankunft in Avalon, der Inselhauptstadt, dauert es nur Minuten bis man in eines der liebevoll eingerichteten Hotels einchecken kann. Das Vincente Hotel ist eines dieser familiär wirkenden Unterkünfte. „Wenn ihr euer Tauchzeugs spülen wollt, macht ihr das am besten dort drüben, da könnt ihr es auch gleich alles aufhängen“, erklärt Manager Paul mit ruhiger, freundlicher Stimme. Natürlich erfährt man auch im ersten Gespräch, dass er deutsche Vorfahren hat und einem überhaupt jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen würde. Doch das Hotel ist bei aller Umgänglichkeit geradezu luxuriös ausgestattet, so lässt man es sich gerne gut gehen.

Alles eng beieinander: Hotel, Tauchbasis und -spot/ Foto: Frank Dornberger Alles eng beieinander: Hotel, Tauchbasis und -spot
Da die Tauchbasis Scuba Luv nur drei Ecken weiter in einem dieser sehr amerikanisch anmutenden Häuser untergebracht ist, geht der Check-In sehr zügig über die Bühne. Flaschen und alles was man sonst noch so braucht, werden auf einen Handwagen geladen und ins Hotel gefahren. Dort kann man sich dann entspannt vorbereiten, denn es dauert nur ein paar Minuten Fußweg zu dem Tauchspot direkt am Rande des Örtchens Avalon. Alles ist eben auf der gerade einmal 35 Kilometer langen und 13 Kilometer breiten Insel schnell zu erreichen. Sei es im Dive-Park neben „The Casino“ oder bei den Tagesausfahrten zu den vielfältigen Tauchplätzen. Anders als an der oft wellenbewegte Küste des Festlandes, sind die Kelp-Wälder rund um die Insel einfach zu betauchen und auf jeden Fall einen ausführlichen Besuch wert.

Am Casino abtauchen / Foto: Dr. Jenny E. Dornberger Am Casino abtauchen
„The Casino“ ist die Hauptattraktion des Ortes. Hier wurde in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts an jedem Wochenende ausführlich getanzt. Dazu kamen die Feierlustigen mit der Fähre direkt aus Los Angeles herüber. Auch wenn das runde Bauwerk Casino heißt, war dort nie gespielt. Vielmehr diente es als Theater, Bühne für Big Bands und heute immer noch als Kino. Im Schatten des imposanten Gebäudes kann man seine Sachen in Schließfächern verstauen, je nach Belieben die Flasche nachfüllen lassen und eben tauchen. „The Casino“ ist aber nicht einfach nur irgendein Tauchspot, den man einmal betaucht und dann hat man alles gesehen. Nein, weit gefehlt. Hier befindet sich ein Dive Park. Ein Gebiet, das gut und gerne für 10 Tauchgänge reicht.  Es ist sicher vor dem Bootsverkehr mit Bojen abgegrenzt und bietet neben dem Kelp auch einiges an weiteren Highlights. So sind ein paar kleine Wracks versenkt. Aber auch ein Giant Sea Bass nennt die Ecke sein Zuhause und sorgt regelmäßig für erhöhten Luftverbrauch bei den Tauchern. Es ist schon beeindruckend, wenn solch ein Riese an einem vorbei gleitet, da können auch die großen Napoleons in den wärmeren Regionen der Welt kaum mithalten.

Hier plant man seine Tauchgänge noch wirklich selber/ Foto: Frank Dornberger Hier, wie auch an den anderen Tauchplätzen geht man mit seinem Buddy allein auf Erkundungstour. Keine Guides, die ihre Truppe auf Teufel komm raus beisammen halten wollen, stören den eigenen Rhythmus. Hier plant man seine Tauchgänge noch wirklich selber, denn am Casino kann man von 10 Metern bis runter auf 40 Meter alle Tiefen und auch verschiedene Vegetationszonen durchtauchen. Mit einer gut gestalteten UW-Karte findet man alle wichtigen Punkte. Das ist ausnahmsweise mal wirklich Freiheit, wie man sie sich als Taucher wünscht. Dive-NEWS.net



Weitere Infos:

Tauchbasis Scuba Luv nur drei Ecken weiter / Foto: Frank Dornberger Scuba Luv
126 Catalina Avenue
P.O. Box 2009
Avalon, CA 90704
(800) BOB.DIVE, (310) 510.2350
www.scubaluv.biz
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Hotel Vincentes
108 Marilla Ave.,
Avalon, Catalina Island,
CA 90704
Tel.: 800-704-8186, 310-510-1115
www.catalina.com/vincentes.html

Casino-Tour:
www.visitcatalinaisland.com/avalon/tour_casino.php

Allgemeines:
www.visitcalifornia.com

 
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