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Warum noch extra Zahlen...
Grindwaljagd auf den dänischen Färöer-Inseln PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Laila Dalla Torre   
Dienstag, den 20. Juli 2010 um 14:59 Uhr
Tote Grindwale/ Foto: Project Blue Sea +++Wale werden mit Motorbooten eingekreist und in flache Buchten getrieben, in denen sie dann mit Haken und Messern getötet werden+++
 Bei solchen Nachrichten denken wir zunächst an ferne Länder wie Japan. Doch brauchen wir nicht so weit zu schauen: Auf den zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln, das heißt -hier bei uns in Europa- werden unter der Flagge einer alten Tradition alljährlich Hunderte Grindwale genau so zu Grunde gerichtet.
Seit 1709 wird lückenlos festgehalten, wie viele Tiere bei der „Grindadráp“, der Grindwaljagd,  umkommen. Die offiziellen Zahlen sind bereits erschreckend, ganz zu schweigen von den schwarzen Zahlen.
Bis zum Jahr 2005 wurde über den Tod von mehr als 255.000 Tieren Buch geführt.
Da die Säuger ohne ihre Leittiere als soziale Gruppe nicht existieren können, werden ausnahmslos alle Tiere, auch säugende Mütter und Jungtiere geschlachtet. Aus dem Leib heraus geschnittenes Kalb/ Foto: Project Blue Sea
„Wieso machen die Färinger das?“, fragt sich jetzt wahrscheinlich ein jeder. Früher benötigte man das Walfleisch als wichtige Nahrungsquelle auf den atlantischen Inseln. Aus dieser Not heraus entwickelte sich eine Tradition, die noch immer den Alltag der Inselbewohner zu bestimmen scheint. Wenn der Grindalarm ausgelöst und im Radio eine gesichtete Walschule gemeldet wird, wird die genannte Bucht unverzüglich angesteuert. Mittlerweile gibt es eine Art Frühwarnsystem in Form von Flugzeugen, die kaum eine Schule übersieht.
Wie eine Reifeprüfung scheint es für die heranwachsenden Männer, die ihren Mut gegenüber den Walen beweisen wollen. Dabei werden nicht ausschließlich Grindwale, sondern auch andere Walarten wie Weißseitendelfine, Entenwale oder Rundkopfdelfine erlegt. Mit abgerundeten Haken in ihren Blaslöchern werden die Wale an Land gezogen und mit Messern werden ihnen das Rückenmark und die Halsschlagader durchtrennt.
Die Tiere verbluten dadurch und die Bucht färbt sich weitläufig rot.
Das Grindwalfleisch wird in einem aufwendigen Verfahren getrocknet und mit Wal- oder Robbenspeck, Trockenfisch und Salzkartoffeln gereicht. Es wird nicht im Handel verkauft, sondern nach einem Verteilerschlüssel an die Inselbewohner ausgegeben. Seit längerem wird vor dem Verzehr von Walfleisch selbst durch die Färinger Regierung abgeraten, da es stark mit Schwermetallen belastet ist. Erst im vergangenen Jahr  wurden neue Forschungsergebnisse veröffentlicht, die starke Bedenken hinsichtlich des Verzehrs von Grindwalfleisch äußern. Bereits seit mehreren Jahrzehnten beschäftigen sich Forscher mit den Auswirkungen des Verzehrs von schadstoffbelastetem Walfleisch auf den Menschen. Störungen des Immunsystems sowie Entwicklungs- und Lernstörungen konnten schon vor vielen Jahren nachgewiesen werden.

Blutbad in der Bucht/ Project Blue Sea Mittlerweile, so berichtet der leitende Forscher Dr. Pal Weihe, seien die neuropsychologischen Störungen bei den Testpersonen bereits als chronisch zu betrachten. Auch Unfruchtbarkeit und eine Häufung von Parkinson-Erkrankungen seien mögliche Folgen des zweifelhaften Konsums.
Am 6. Juni wurden erst wieder 69 Grindwale getötet. Das lässt vermuten, dass die Bewohner der Färöer-Inseln nicht sonderlich an einer Reduzierung des Walfleischverzehrs oder gar an der Aufgabe von Walfangaktivitäten interessiert sind.  Und das, obwohl keine Notwendigkeit mehr für die Jagd besteht, da die Färöer-Inseln eine gute Versorgungslage mit sämtlichen Produkten haben. Der Lebensstandard auf den Färöer-Inseln ist absolut identisch mit dem Lebensstandard, welcher auch im restlichen Europa vorzufinden ist.
Die soziale Motivation und der Traditionsgedanke sind sehr tief in den Färingern verwurzelt: Sie blenden den emotionalen Part der sich wehrenden Wale und des Blutbades aus. Für sie ist es eine ganz natürliche Art der Fleischgewinnung.  Wie Sperrmüll werden die toten Tiere mit Gabelstaplern und LKWs abgeladen und in aller Öffentlichkeit zerstückelt.
Für uns ist es schwer nachvollziehbar und erschreckend, dass im zivilisierten Europa noch solche Prozeduren geduldet werden. Die Färinger beharren auf ihre Unabhängigkeit in inneren Angelegenheiten und bauen gleichzeitig auf die unterstützenden Gelder der Europäischen Union. Ohne jedoch europäische Gebote wie das Unterlassen von Waljagd/-Fang einzuhalten.

Weitere Infos und Protestmöglichkeiten unter http://www.projectbluesea.de/themenbereiche/faeroer.html. Dive-NEWS.net

 
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