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Warum noch extra Zahlen...
Greenpeace: Öl- und Gasplattformen sind unfallgefährdet PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Chris   
Samstag, den 24. Juli 2010 um 09:59 Uhr
Die Nordseeinsel Norderney mit ihren weißen Stränden und  sauberem Wasser. Bei einem Ölunfall wären die Inseln noch vor der Küstenregion betroffen./Foto: Christiane Flechtner Greenpeace warnt: Die Öl- und Gasplattformen in der Nordsee seien unfallgefährdet. Neue Luftaufnahmen von Greenpeace zeigen zudem das Ausmaß der schleichenden Verseuchung durch den täglichen Betrieb - ein Desaster, das von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird. Zwei Tage lang war Christian Bussau, Meeresbiologe und Ölexperte bei Greenpeace, mit dem Flugzeug über der Nordsee unterwegs. Der Flug führte an der dänischen, norwegischen und britischen Küste entlang. Dabei kontrollierte Bussau 25 der rund 400 Förderanlagen. An fünf Anlagen dokumentierte er große schwimmende Ölteppiche. Die stärksten Ölverschmutzungen stellte Greenpeace bei den Plattformen Ninian Southern, Ninian Central, Tiffany (alle Canadian Natural Resources Limited), Dunlin (Fairfield Energy) und im Brent Feld (Shell) fest.
Die Menge des eingeleiteten Öls in der Nordsee hat sich in den vergangenen rund 30 Jahren erheblich gesteigert. Nach Angaben der OSPAR (Oslo-Paris-Kommission zum Schutz des Nordostatlantiks) waren es 1984 rund 1.700 Tonnen Öl, 1994 rund 6.000 Tonnen und 2005 rund 13.000 Tonnen.
Besonders risikoreich arbeitet nach Angaben von Greenpeace der Konzern BP. Westlich der Shetland-Inseln fördert BP das Öl mit Förderschiffen aus über 400 Metern Wassertiefe. Wie die aktuelle Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeigt, sind die Risiken der Offshore-Ölförderung unkalkulierbar. Greenpeace fordert daher, dass keine neuen Genehmigungen zur Förderung von Öl und Gas in der Tiefsee erteilt werden. Tortur für Vögel: Die Reinigung des verölten Gefieders./Foto: Christiane Flechtner
Eine Ölkatastrophe wie im Golf von Mexiko kann sich auch in der Nordsee jederzeit ereignen, sagt Bussau. Regelmäßig kommt es zu Unfällen auf Ölplattformen. Schlimmer als die Unfälle sind jedoch die chronischen Ölverschmutzungen. Schon im Normalbetrieb wird rund um die Uhr Öl in die Nordsee eingeleitet. Die letzten veröffentlichten Zahlen der OSPAR stammen aus dem Jahr 2007: Bei 515 registrierten Unfällen traten damals 3.907 Tonnen Öl aus. Weitere 9.596 Tonnen wurden beim alltäglichen Förderbetrieb eingeleitet.
Die Plattformen fördern ein Gemisch aus Öl, Gas und Wasser. Das Wasser wird vom Öl getrennt und als sogenanntes Produktionswasser ins Meer geleitet. Es enthält Restmengen an Öl. Schadstoffe aus dem Öl können in die Nahrungskette gelangen und sich beispielsweise in Würmern, Muscheln, Schlangensternen, Fischen, Seevögeln und Meeressäugern anreichern.

Schlangensterne sind von besonderer Bedeutung für das Ökosystem. Zum einen tragen sie erheblich zur Sauerstoffversorgung der obersten Sedimentschichten des Meeresbodens bei. Dadurch erleichtern sie es anderen Organismen, sich dort anzusiedeln. Zum anderen spielen sie eine wichtige Rolle in der Nahrungskette. Für Scholle, Kliesche und Seezunge sind sie die Hauptnahrung.
Normalerweise leben 80 bis 160 Schlangensterne auf einem Quadratmeter Meeresboden. Im Umkreis von ein bis zwei Kilometern der Ölplattformen fehlt das Tier fast völlig. Das konnte bereits 1995 in einer Studie nachgewiesen werden.

Die Öl- und Gasreserven in der relativ flachen Nordsee sind nahezu erschöpft. In der Folge dringen die Ölkonzerne in immer größere Tiefen und arktische Regionen vor. Mit steigender Wassertiefe erhöht sich das Risiko von Unfällen. BP pumpt das Öl mit riesigen Förderschiffen, so genannten FPSOs (Floating Production, Storage and Offloading), aus über 400 Metern Wassertiefe. Die Schiffe sind durch flexible Steigleitungen mit dem Bohrloch verbunden. Am Meeresboden wird eine vergleichbare Technik mit Bohrlochköpfen (wellheads) und Sicherheitsventilen wie an der explodierten BP-Plattform im Golf von Mexiko verwendet.
Falls es hier zu einem Unfall kommt, kann kein Mensch das Bohrloch erreichen, sagt Bussau. Taucher können nur bis rund 200 Meter Tiefe arbeiten. Hier müsste, wie bisher erfolglos im Golf von Mexiko, mit unbemannten Unterwasserrobotern operiert werden. Dive-NEWS.net

 

 
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